Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses -

Nach dem Wahleinspruch: Jetzt zählt die Zukunft Freibergs

Kommentar von Jens Uhlemann

Jens Uhlemann neben der Skulptur "Alexander von Humboldt"
Foto: Jens Uhlemann (2026)

Am 23. Juni 2026 fand die Verhandlung des Wahleinspruches gegen die OB-Wahl in Freiberg am Verwaltungsgericht Chemnitz statt. Im Ergebnis dieser Verhandlung zog der Kläger seine Klage zurück. Zuvor hatte das Gericht auf formale Mängel hingewiesen. Nach Aussage eines Augenzeugen hat der Richter diese Formfehler sogar etwas belächelt.

Warum das Verfahren so lange gedauert hat, wenn die formalen Mängel offenbar so eindeutig waren, bleibt unverständlich. In der Sache wurde weder verhandelt noch entschieden. Nun darf man dem Kläger und seinem Anwalt sicher die Formfehler vorwerfen. Dafür wurde der Kläger bestraft, denn er muss die Kosten des Verfahrens tragen.

Jetzt ist es für die Befürworter und die Gegner des Einspruches an der Zeit, sich zu beruhigen. Alle haben nach rechtsstaatlichen Normen gehandelt. Das ist jedem sein gutes Recht. Ob der Wahleinspruch tatsächlich gerechtfertigt war, werden wir nun leider nicht mehr erfahren. Diese Tatsache steigert weder das Demokratiebewusstsein, noch stärkt sie dem neuen Oberbürgermeister den Rücken. Er wurde zwar mit der größten Stimmenanzahl gewählt, konnte jedoch keine absolute Mehrheit auf sich vereinigen. Jetzt ist auch dies Geschichte und es gilt, in die Zukunft zu schauen.

Dem neuen OB Philipp Preißler gilt es jetzt den Rücken zu stärken, viel Erfolg und Kraft für die Bewältigung der großen Aufgaben zu wünschen. Die finanzielle Situation der Stadt Freiberg ist angespannt. Themen wie die Dauerbaustellen Bahnhof, Johannisbad, Welterbe-Zentrum, Ordnung und Sicherheit, Verkehrsbedingungen, gesellschaftliches Zusammenleben und vieles mehr dulden keinen weiteren Aufschub. Sie bedürfen einer starken Führung und einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister, Stadtrat, Verwaltung und den Bürgern Freibergs.

Vielleicht gelingt es in Freiberg auch, einige Themen aus dem Wahlkampf des vorigen Jahres voranzutreiben und dafür vernünftige Lösungen anzubieten. Das würden die Bürger Freibergs begrüßen. Nach einem reichlichen Jahr Stillstand braucht die Stadt Entscheidungen und Fortschritt, um in dieser herausfordernden Zeit bestehen zu können. Dafür gilt es jetzt konzentriert zu arbeiten.

Über den Autor

Jens Uhlemann
Jens Uhlemann © Privat 2026

Ich bin Jens Uhlemann, Jahrgang 1961, verheiratet, ein Sohn, Unternehmer seit 1997, Kommunalpolitiker seit 2004

Auch wenn es immer vorwärts geht, sollten wir den Rückspiegel im Blick haben. Ein Leben lang bin ich meinem Heimatort Niederbobritzsch treu geblieben.

Neben meinen kommunalpolitischen Bemühungen bin ich in einigen gemeinnützigen Vereinen aktiv. Auch das Freiberger Forum durfte ich mitgründen.

Die Menschen in unserer Region sind ehrlich, bodenständig und verlässlich. Dies zu erhalten und zu fördern, ist eines meiner Ziele. Dabei sollten wir die Achtung vor der Lebensleistung unserer Ahnen nicht aus den Augen verlieren.

Damit sich die Einwohner unserer Region unabhängig, aktuell und ehrlich informieren können, gilt es jetzt einen Teil der Kraft in unsere neue Bürgerzeitung FORUM AKTUELL zu investieren.

Weitere Artikel des Autors …

zurück …