Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses -
Quo Vadis Kreiskrankenhaus Freiberg?
von: Volker Strauß
Wie gestaltet sich die Zukunft unseres Freiberger Krankenhauses?
Was der Landkreis Mittelsachsen derzeit mit den Kreiskliniken plant, wirkt auf mich wie ein finanzielles Abenteuer ohne Sicherheitsnetz. Die Verantwortlichen sprechen von Kommunalisierung und Gestaltungshoheit, doch niemand erklärt, wie dieses Projekt überhaupt bezahlt werden soll.
Nach meiner Kenntnis hat doch der Landkreis gemeinsam mit dem Sana-Konzern (Sana Kliniken AG) über Jahre das Kreiskrankenhaus Freiberg wirtschaftlich stabil geführt. Das ist dem Kreis in Mittweida genau nicht gelungen.
Der Kreis ist seit Jahren in einer finanziell schwierigen Lage. Trotzdem will man nun die
Sana-Anteile am Freiberger Krankenhaus zurückkaufen und gleichzeitig das Krankenhaus Mittweida wirtschaftlich stabilisieren. Wer soll das bezahlen? Mit welchem Geld? Und vor allem, zu welchem Preis für die Menschen, die dort arbeiten und behandelt werden.
Es ist doch naiv zu glauben, dass diese Summen ohne harte Einschnitte zu stemmen sind. Wenn der Landkreis behauptet, die Versorgung bleibe unangetastet, dann klingt das für mich wie ein politisches Beruhigungsmittel. Die Realität ist doch: Die einzigen
Stellschrauben, an denen man drehen kann, sind Personal, Ausstattung und
Betreuungsqualität. Genau dort wird am Ende gespart werden, weil es aus meiner Sicht gar nicht anders geht.
Es wird der Eindruck erweckt, als sei Sana das Problem. Dabei verschweigt man, dass der Landkreis selbst seit Jahren die strukturellen Defizite nicht in den Griff bekommt. Jetzt soll ein teurer Rückkauf plötzlich die Lösung sein. Für mich wirkt das eher wie ein riskantes Prestigeprojekt, das am Ende die Bürgerinnen und Bürger ausbaden müssen, sei es durch schlechtere Versorgung oder durch höhere Belastungen des Kreishaushalts.
Bevor man Sana aus dem Verbund drängt, sollte der Landkreis endlich offenlegen, wie dieses Vorhaben finanziert werden soll, welche Risiken bestehen und welche Konsequenzen realistisch zu erwarten sind. Solange diese Antworten fehlen, bleibt der Verdacht bestehen, dass hier Ideologie vor Vernunft gestellt wird.
Diesen Beitrag schreibe ich, weil ich bereits mehrfach professionell und ohne Beanstandungen im Krankenhaus Freiberg betreut wurde. Nun treibt mich die Sorge um, dass dies möglicherweise in Zukunft nicht mehr in gewohnter Qualität der Fall sein wird.
Für mich, wie vielleicht für viele andere auch, stellt sich die Frage: Wie wird das nun begonnene Abenteuer enden. Ich hoffe, es endet besser als die Sanierung des Freiberger Bahnhofs. Das Freiberger Krankenhaus ist für uns alle zu wertvoll, um Spielball nicht kalkulierbarer politischer Planspiele zu werden.